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Ausbildungsgeld für behinderte Menschen (Berufsförderung)

Ihre Ansprechpartner:

Agentur für Arbeit - Außenstelle Oberkirch

Verfahrensbeschreibung:

Bei einer beruflichen Erstausbildung, einer berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme (einschließlich Grundausbildung) und im Eingangsverfahren und Berufsbildungsbereich einer Werkstatt für behinderte Menschen erhalten behinderte Menschen, die kein Übergangsgeld beanspruchen können, in der Regel von der Agentur für Arbeit ein Ausbildungsgeld.

Die Höhe des Ausbildungsgeldes hängt von zwei Faktoren ab:

  • Bedarfssatz des Ausbildungsgeldes
  • anzurechnendes Einkommen (wenn es sich um eine berufliche Ausbildung handelt)

Wie bei der Berufsausbildungsbeihilfe sind auch beim Ausbildungsgeld für die Lebenshaltungskosten, die während der Teilnahme an einer Bildungsmaßnahme entstehen, bestimmte Pauschbeträge (am Bedarf orientiert) festgesetzt. Es werden also nicht die individuell anfallenden Kosten übernommen (z.B. für Miete, Kleidung oder Lebensmittel).

Die Höhe des Bedarfs richtet sich nach

  • der Maßnahme, an der Sie teilnehmen (berufliche Ausbildung, berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme oder Grundausbildung oder Leistungen im Eingangsverfahren beziehungsweise Berufsbildungsbereich einer Werkstatt für behinderte Menschen),
  • der Art der Unterbringung während der Maßnahme und
  • Ihrem Alter und Ihrem Familienstand.

Die aktuellen Beträge, die für die Festsetzung des jeweiligen Bedarfs gelten, sind nachfolgend aufgeführt:

Bedarf bei beruflicher Ausbildung

  1. Unterbringung im Haushalt der Eltern oder eines Elternteils:
    • 21. Lebensjahr noch nicht vollendet und nicht verheiratet beziehungsweise keine Lebenspartnerschaft: 316 Euro
    • für alle anderen: 397 Euro (z.B. 21. Lebensjahr vollendet oder 19 Jahre und verheiratet)
  2. Unterbringung in einem Wohnheim, Internat, beim Auszubildenden oder einer besonderen Einrichtung für behinderte Menschen:
    • 104 Euro (unabhängig vom Alter und Familienstand)
      Dieser Bedarfssatz gilt nur dann, wenn die Agentur für Arbeit oder ein anderer Leistungsträger die Kosten für die Unterbringung und Verpflegung übernimmt.
  3. Anderweitige Unterbringung und Kostenerstattung für Unterbringung und Verpflegung:
    • 21. Lebensjahr noch nicht vollendet und nicht verheiratet beziehungsweise keine Lebenspartnerschaft: 230 Euro
    • für alle anderen: 265 Euro
  4. Anderweitige Unterbringung ohne Kostenerstattung für Unterbringung und Verpflegung:
    • 348 Euro Grundbedarf sowie 149 Euro Pauschale für Miete: 497 Euro
      Soweit die Mietkosten für die Unterkunft und die Nebenkosten nachweislich den Betrag von 149 Euro übersteigen, erhöht sich der Bedarf um bis zu 75 Euro. Höchstens kann der Bedarf daher 572 Euro betragen.
  5. Für Auszubildende, die das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, wird anstelle des Bedarfs nach Nummer 4 ein Bedarf in Höhe von 316 Euro zugrunde gelegt, wenn Sie
    • die Ausbildungsstätte von der Wohnung der Eltern oder eines Elternteils aus in angemessener Zeit erreichen könnten oder
    • Leistungen der Jugendhilfe erhalten, die mit einer anderweitigen Unterbringung verbunden sind.

Bedarf bei berufsvorbereitender Bildungsmaßnahme, Unterstützter Beschäftigung und bei Grundausbildung

  1. Unterbringung im Haushalt der Eltern oder eines Elternteils:
    • 216 Euro
  2. Anderweitige Unterbringung außerhalb eines Wohnheims oder Internats ohne Kostenerstattung für Unterbringung und Verpflegung:
    • 391 Euro Grundbedarf und Miete
      Soweit die Mietkosten für die Unterkunft und die Nebenkosten nachweislich einen Betrag von 58 Euro übersteigen, erhöht sich der Bedarf um bis zu 74 Euro. Höchstens kann der Bedarf daher 465 Euro betragen.
  3. Anderweitige Unterbringung außerhalb eines Wohnheims oder Internats und Kostenerstattung für Unterbringung und Verpflegung:
    • 172 Euro
  4. Wenn Sie das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, wird anstelle des Bedarfs nach Nummer 2 ein Bedarf in Höhe von 204 Euro zugrunde gelegt, wenn Sie
    • die Ausbildungsstätte von der Wohnung der Eltern oder eines Elternteils aus in angemessener Zeit erreichen könnten oder
    • Leistungen der Jugendhilfe erhalten, die die Kosten der Unterkunft einschließen.
  5. Unterbringung in einem Wohnheim, Internat oder einer besonderen Einrichtung für Behinderte:
    • Bedarf wie bei beruflicher Ausbildung: 104 Euro

Bedarf bei Leistungen im Eingangsverfahren und im Berufsbildungsbereich einer Werkstatt für behinderte Menschen

Als Bedarf werden

  • im ersten Jahr 63 Euro und
  • und danach 75 Euro

zugrunde gelegt.

Über den Anspruch auf Ausbildungsgeld wird in der Regel bei einer beruflichen Ausbildung für 18 Monate, im Übrigen für ein Jahr entschieden. Ausbildungsgeld wird auch für Ferienzeiten gezahlt, wenn diese innerhalb der Maßnahme liegen und die Agentur für Arbeit diese als Maßnahmeteil anerkannt hat.

Hinweis: Bei einer Unterbrechung der Teilnahme aus gesundheitlichen Gründen wird das Ausbildungsgeld bis zum Ende des dritten auf den Eintritt der Krankheit folgenden Kalendermonats, längstens jedoch bis zum planmäßigen Ende der Maßnahme weitergewährt. Bei der Berechnung der Dreimonatsfrist wird der Tag der Erkrankung miteinbezogen.

Für Fehlzeiten aus anderen als gesundheitlichen Gründen besteht nur dann Anspruch auf Ausbildungsgeld, wenn ein wichtiger Grund für die Unterbrechung der Teilnahme von der Agentur für Arbeit anerkannt wird. Als wichtiger Grund wird beispielsweise anerkannt:

  • Eheschließung
  • Geburt eines Kindes
  • Wohnungswechsel
  • Wahrnehmung eines Gerichtstermins

Dauert die Maßnahme länger als 18 Monate, übersendet die Agentur für Arbeit automatisch rechtzeitig einen Fragebogen zur Weiterbewilligung des Ausbildungsgeldes.

Voraussetzung:

Anspruch auf Ausbildungsgeld besteht in der Regel, wenn Sie als behinderter Mensch

  • erstmalig eine berufliche Ausbildung absolvieren oder
  • an einer berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme einschließlich einer Grundausbildung teilnehmen oder
  • sich im Eingangsverfahren oder im Berufsbildungsbereich einer Werkstatt für behinderte Menschen befinden.

Hinweis: Ein Anspruch auf Ausbildungsgeld kann bestehen, wenn der behinderte Mensch keinen Anspruch auf Übergangsgeld hat. Für das Ausbildungsgeld gelten grundsätzlich die Vorschriften für die Berufsausbildungsbeihilfe. Daneben gibt es besondere Regelungen, die nur für das Ausbildungsgeld gelten. Das gilt insbesondere für die Festsetzung des Bedarfs des Ausbildungsgeldes und bei der Anrechnung von Einkommen.

Ablauf:

Ausbildungsgeld müssen Sie bei der zuständigen Agentur für Arbeit beantragen. Wegen der individuellen Berechnungsgrundlagen und Voraussetzungen, die die Höhe des Ausbildungsgeldes beeinflussen, empfehlen wir Ihnen, sich davor bei der jeweiligen Agentur für Arbeit beraten zu lassen.

Unterlagen:

Nachweise zur Feststellung des Bedarfs (z.B. Kosten der Unterbringung)